B-Dur auf der Gitarre greifen - Griffbilder und Übungen

24. September 2026

Gitarrengriffbilder für C-Dur, G-Dur und D-Dur, sowie F-Dur und C-Dur mit Barré. Lerne, wie man diese Akkorde spielt.

Inhaltsverzeichnis

Der B-Dur-Akkord gehört zu den Griffen, an denen viele Gitarristinnen und Gitarristen zunächst hängen bleiben. Der Grund ist meist der Barré, nicht der Akkord selbst. Ich zeige dir die wichtigsten Griffvarianten, erkläre den Unterschied zwischen deutscher und internationaler Schreibweise und gebe dir eine kurze Übungsroutine, mit der der Akkord deutlich sauberer klingt.

Die wichtigsten Wege zu einem sauberen B-Dur-Griff

  • Schreibweise: Im Deutschen bedeutet B-Dur dasselbe wie international B♭ major.
  • Standardgriff: Die A-Form im ersten Bund lautet x 1 3 3 3 1.
  • Leichtere Variante: Mit x 1 3 3 3 x kannst du den hohen Ton zunächst auslassen.
  • Alternative: Ein Kapodaster im ersten Bund und ein A-Dur-Griff ergeben ebenfalls B-Dur.
  • Übungstipp: Saubere Einzeltöne sind wichtiger als möglichst viel Druck mit dem Zeigefinger.

Was B-Dur auf der Gitarre eigentlich bedeutet

In der deutschen Musiknotation heißt der Ton B nicht dasselbe wie das international verwendete B. Unser deutsches B entspricht dem internationalen B♭. Deshalb wird B-Dur im englischsprachigen Raum meist als Bb major oder B♭ bezeichnet.

Der Akkord besteht aus den drei Tönen B, D und F. Diese Kombination macht ihn zu einem Durakkord mit hellem, stabilem Klang. In der Tonart B-Dur kommen außerdem die Töne C, Es, F, G und A vor. Besonders häufig begegnet dir der Akkord in Pop, Rock, Soul und Blasmusik.

Deutsche Bezeichnung Internationale Bezeichnung Akkordtöne
B-Dur B♭ major B, D, F
B-Moll B minor B, Des, F
H-Dur B major H, Dis, Fis

Diese Schreibweise sorgt gerade bei Online-Tutorials für Verwirrung. Wenn in einem englischen Video „B chord“ steht, ist damit normalerweise H-Dur gemeint. Bei „Bb chord“ geht es dagegen um unser B-Dur.

Gitarrengriffbilder für C-Dur, G-Dur und D-Dur, sowie F-Dur, C-Dur und G-Dur mit Barré.

Der Standardgriff mit Barré im ersten Bund

Die gebräuchlichste Variante basiert auf der A-Dur-Form und wird im ersten Bund gegriffen. Von der tiefen E-Saite bis zur hohen e-Saite lautet das Griffbild x 1 3 3 3 1. Das „x“ bedeutet, dass die tiefe E-Saite nicht angeschlagen wird.

Der Zeigefinger liegt als Barré über dem ersten Bund. Der Ringfinger greift die A-, D- und G-Saite im dritten Bund. Je nach Handgröße kannst du diese drei Töne mit einem Finger oder mit mehreren Fingern greifen. Ich finde die Variante mit einem kleinen Ringfinger-Barré auf dem dritten Bund für viele Anfänger zunächst angenehmer.

So baust du den Griff auf

  1. Lege den Zeigefinger flach in den ersten Bund, aber drücke noch nicht maximal.
  2. Setze den Ringfinger auf die D-, G- und H-Saite im dritten Bund.
  3. Schlage die Saiten einzeln an und prüfe, ob jede Saite klar klingt.
  4. Spiele anschließend nur von der A-Saite abwärts und dämpfe die tiefe E-Saite.

Der häufigste Fehler ist ein zu weit vom Bund entfernt liegender Zeigefinger. Positioniere ihn möglichst direkt hinter dem Bundstäbchen. Dadurch brauchst du weniger Kraft und die Töne schnarren seltener.

Lesen Sie auch: h-Moll Gitarre: Barré-Griff meistern & einfache Alternativen

Die abgespeckte Form für den Einstieg

Wenn der vollständige Griff noch nicht funktioniert, lässt du die hohe e-Saite zunächst weg. Die Form x 1 3 3 3 x enthält weiterhin alle wichtigen Akkordtöne und klingt in einer Begleitung vollkommen brauchbar.

Noch kompakter ist der Griff x x 3 3 3 x. Er besteht nur aus drei mittleren Saiten und eignet sich gut für rhythmische Parts, Funk oder eine dezente Begleitung. Klanglich wirkt er schlanker, dafür verschwindet das typische Barré-Problem fast vollständig.

Warum der Akkord oft unsauber klingt

Beim B-Dur liegen mehrere Saiten im ersten Bund unter einem Finger. Das macht kleine Ungenauigkeiten sofort hörbar. Trotzdem ist mehr Kraft selten die Lösung. Ein verkrampftes Handgelenk verschlechtert meistens sogar den Klang.

  • Die H- oder G-Saite klingt tot: Prüfe, ob ein anderer Finger sie versehentlich berührt.
  • Die tiefe E-Saite brummt mit: Dämpfe sie mit der Spitze des Zeigefingers oder spiele erst ab der A-Saite.
  • Der Akkord schnarrt: Setze den Zeigefinger näher an das Bundstäbchen und kontrolliere die Halsposition.
  • Der Wechsel dauert zu lange: Übe die Bewegung aus einem anderen Akkord heraus, statt B-Dur isoliert festzuhalten.
  • Die Hand schmerzt: Sofort pausieren. Leichte Ermüdung ist normal, stechender Schmerz nicht.

Aus meiner Sicht wird der Barré beim Üben oft falsch bewertet. Entscheidend ist nicht, ob du ihn zehn Sekunden halten kannst, sondern ob du ihn im musikalischen Wechsel rechtzeitig und entspannt erreichst.

Praktische Akkordfolgen mit B-Dur

Der Griff wird musikalisch erst dann wirklich vertraut, wenn du ihn in typischen Folgen verwendest. Besonders gut funktionieren Übergänge zu F-Dur, g-Moll und Es-Dur, weil diese Akkorde häufig in derselben harmonischen Umgebung auftauchen.

Akkordfolge Wirkung Übungsidee
B-Dur - F-Dur - g-Moll - Es-Dur Modern und poppig Vier gleichmäßige Abschläge pro Akkord
B-Dur - Es-Dur - F-Dur Klar und hymnisch Mit langsamen Achtelnoten beginnen
B-Dur - g-Moll - Es-Dur - F-Dur Spannungsreicher Refraincharakter Den Wechsel bei 60 Schlägen pro Minute üben

Starte mit einem einfachen Schlagmuster und konzentriere dich auf den Wechsel. Wenn du bei jedem Akkord neu nach den Fingern suchen musst, ist das Tempo noch zu hoch. Langsam und gleichmäßig bringt dich hier schneller voran als hektisches Durchspielen.

Leichtere Lösungen mit Kapodaster und höheren Lagen

Ein Kapodaster im ersten Bund verwandelt einen offenen A-Dur-Griff in klingendes B-Dur. Das ist keine Schummelei, sondern eine völlig übliche Methode, wenn du den Klang brauchst, aber den Barré noch nicht sicher greifen kannst.

Der Vorteil liegt in der offenen Saitenresonanz und dem deutlich geringeren Kraftaufwand. Der Nachteil ist, dass sich dadurch die gesamte Tonhöhe und oft auch die Spielbarkeit anderer Akkorde verändert. Für eine Begleitung ist diese Lösung dennoch oft die schnellste musikalische Option.

Fortgeschrittene können B-Dur auch als E-Form im sechsten Bund spielen. Das Griffbild lautet 6 8 8 7 6 6. Diese Lage klingt voller und setzt sich in einer Band besser durch, verlangt aber eine sichere Barré-Technik und mehr Orientierung auf dem Griffbrett.

Eine kurze Übungsroutine für sichere Wechsel

Ich würde täglich etwa 10 Minuten gezielt einplanen. Zuerst greifst du den Akkord langsam und zupfst jede Saite einzeln an. Danach wechselst du zwischen B-Dur und einem vertrauten Akkord, zum Beispiel Es-Dur oder F-Dur.

  1. 2 Minuten: B-Dur greifen, entspannen und erneut greifen.
  2. 3 Minuten: Jede Saite einzeln kontrollieren.
  3. 3 Minuten: B-Dur und F-Dur bei 60 Schlägen pro Minute wechseln.
  4. 2 Minuten: Eine einfache Akkordfolge mit gleichmäßigem Rhythmus spielen.

Wenn der Akkord nach einigen Durchgängen unsauber wird, solltest du nicht stärker drücken, sondern kurz lockerlassen. Der Fortschritt entsteht durch viele entspannte Wiederholungen. Sauberkeit, Timing und Lockerheit sind wichtiger als eine beeindruckende Griffkraft.

So wird B-Dur vom schwierigen Griff zum brauchbaren Werkzeug

Beginne mit der verkürzten Form, arbeite dich zur vollständigen A-Form vor und setze den Akkord sofort in einfache Folgen ein. Der Kapodaster ist eine sinnvolle Zwischenlösung, während die höhere E-Form später zusätzliche Klangfarben eröffnet.

Wenn jede Saite klar klingt und der Wechsel im Takt funktioniert, hast du den entscheidenden Schritt geschafft. Danach geht es nicht mehr darum, B-Dur irgendwie zu greifen, sondern ihn passend zu Rhythmus, Dynamik und Songcharakter einzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Das deutsche B entspricht dem internationalen B♭. Deshalb wird B-Dur im Englischen meist als Bb major oder B♭ bezeichnet, während „B chord“ normalerweise H-Dur meint. B-Dur besteht aus den Tönen B, D und F.

Der Standardgriff im ersten Bund lautet x 1 3 3 3 1 und basiert auf der A-Dur-Form. Als Einstieg kannst du die hohe e-Saite auslassen und x 1 3 3 3 x spielen. Noch kompakter ist x x 3 3 3 x für rhythmische Begleitungen.

Häufig liegt der Zeigefinger zu weit vom Bundstäbchen entfernt oder berührt versehentlich eine andere Saite. Setze ihn direkt hinter das Bundstäbchen, prüfe jede Saite einzeln und dämpfe die tiefe E-Saite. Mehr Druck ist meist nicht die Lösung, ein entspanntes Handgelenk hilft stärker.

Mit einem Kapodaster im ersten Bund und einem offenen A-Dur-Griff klingt ebenfalls B-Dur. Fortgeschrittene können die E-Form im sechsten Bund als 6 8 8 7 6 6 spielen. Für sichere Wechsel eignen sich täglich 10 Minuten mit Einzeltönen sowie Wechseln zu F-Dur oder Es-Dur bei zunächst 60 Schlägen pro Minute.

Artikel bewerten

Bewertung: 0.00 Stimmenanzahl: 0

Tags:

b-dur barré kapodaster akkordwechsel

Beitrag teilen

Jakob Wendt

Jakob Wendt

Mein Name ist Jakob Wendt, und ich bringe 9 Jahre Erfahrung im Bereich Musik mit. Meine Leidenschaft für Musik begann schon in meiner Kindheit, als ich die verschiedenen Klänge und Genres entdeckte. Diese Faszination hat mich dazu motiviert, tiefer in die Materie einzutauchen und mein Wissen über die vielfältigen Aspekte der Musik zu erweitern. Ich schreibe über aktuelle Trends, Künstler und die Entwicklung der Musikszene. Dabei ist es mir wichtig, Informationen klar und verständlich aufzubereiten, sodass sie für jeden zugänglich sind. Ich prüfe Quellen sorgfältig und vergleiche verschiedene Perspektiven, um sicherzustellen, dass die Inhalte sowohl nützlich als auch präzise sind. Mein Ziel ist es, den Lesern einen Einblick in die Welt der Musik zu geben und ihnen dabei zu helfen, die komplexen Zusammenhänge besser zu verstehen.

Kommentar schreiben