Die Frage, wie viel eine E-Gitarre kostet, hängt vor allem davon ab, ob du nur das Instrument oder ein komplettes Setup brauchst. Eine brauchbare Gitarre für Einsteiger beginnt 2026 meist bei etwa 150 bis 300 Euro, doch mit Verstärker und Zubehör solltest du eher 250 bis 550 Euro einplanen. Ich zeige dir, welche Preisbereiche sinnvoll sind, wo sich Sparen lohnt und welche günstigen Angebote schnell zur Enttäuschung werden können.
Die wichtigsten Kosten auf einen Blick
- 150 bis 300 Euro gelten als realistischer Bereich für eine solide Einsteiger-E-Gitarre.
- Ein komplettes Starterpaket kostet meist 250 bis 550 Euro.
- Sehr günstige Sets unter 150 Euro funktionieren, verlangen aber oft Kompromisse bei Spielgefühl und Klang.
- Für einen guten Verstärker solltest du mindestens 60 bis 150 Euro einplanen.
- Gebrauchte Instrumente gibt es oft ab 100 bis 250 Euro, sofern Zustand und Einstellung stimmen.

Was eine E-Gitarre in Deutschland aktuell kostet
Die Preise reichen von einfachen Einsteigerinstrumenten bis zu handgebauten Gitarren im vierstelligen Bereich. Für die meisten Anfänger ist aber nicht das teuerste Modell interessant, sondern eine Gitarre, die stimmstabil, bequem spielbar und sauber verarbeitet ist.
| Preisbereich | Was du erwarten kannst | Geeignet für |
|---|---|---|
| 80 bis 150 Euro | Einfache Einsteigerinstrumente oder sehr günstige Komplettsets | Gelegentliches Ausprobieren |
| 150 bis 300 Euro | Solide Gitarren mit brauchbarer Hardware und ordentlicher Bespielbarkeit | Anfänger und regelmäßiges Üben |
| 300 bis 700 Euro | Deutlich bessere Tonabnehmer, Mechaniken und Verarbeitung | Fortgeschrittene und ambitionierte Einsteiger |
| 700 bis 1.500 Euro | Hochwertige Serienmodelle mit zuverlässiger Bühnentauglichkeit | Erfahrene Spieler und Musiker in Bands |
| Ab 1.500 Euro | Premium-, Signature- und teilweise handgefertigte Instrumente | Profis, Sammler und spezielle Klangvorlieben |
Unter 150 Euro findest du durchaus spielbare Gitarren. Ich würde in diesem Bereich aber besonders genau auf die Bünde, die Stimmmechaniken und die Elektronik achten, weil hier die Qualität stärker schwanken kann. Zwischen 200 und 300 Euro wird die Auswahl spürbar besser, und genau dort liegt meiner Erfahrung nach der vernünftigste Einstieg.
Der eigentliche Preis liegt selten nur bei der Gitarre
Eine E-Gitarre erzeugt allein keinen vollständigen Gitarrensound. Du brauchst mindestens einen Verstärker, ein Kabel und ein paar Kleinigkeiten, die im Angebot oft nicht enthalten sind.
| Zusätzliches Zubehör | Realistischer Preis | Wofür es wichtig ist |
|---|---|---|
| Übungsverstärker | 60 bis 150 Euro | Macht das Signal hörbar und liefert oft Effekte |
| Instrumentenkabel | 10 bis 25 Euro | Verbindet Gitarre und Verstärker |
| Gitarrentasche | 15 bis 50 Euro | Schützt das Instrument beim Transport |
| Stimmgerät | 10 bis 25 Euro | Sorgt für eine saubere Stimmung |
| Gurt und Plektren | 10 bis 30 Euro | Erleichtert das Spielen im Sitzen und Stehen |
| Neuer Saitensatz | 7 bis 15 Euro | Wichtig bei gebrauchten oder lange gelagerten Gitarren |
Damit kostet ein vernünftiger Start oft 100 bis 250 Euro mehr als zunächst gedacht. Für zu Hause reicht ein kleiner Transistor- oder Modeling-Verstärker völlig aus. Solche Geräte bieten häufig Kopfhörerausgang, AUX- oder Bluetooth-Funktionen und mehrere Sounds, während ein großer Röhrenverstärker für Anfänger meist überdimensioniert ist.
Beim Verstärker würde ich nicht blind beim billigsten Set zugreifen. Ein schwacher Amp kann selbst eine gute Gitarre dünn und unangenehm klingen lassen. Ein einfacher Übungsverstärker für etwa 80 bis 150 Euro macht das tägliche Spielen oft angenehmer als ein Komplettpaket, bei dem an jeder Komponente gespart wurde.
Welche Ausstattung den Preis wirklich rechtfertigt
Der Preis einer Gitarre hängt nicht nur vom Markennamen ab. Entscheidend sind unter anderem die Verarbeitung, die Tonabnehmer, die Brücke, die Mechaniken und die Qualitätskontrolle.
Bespielbarkeit ist wichtiger als ein exotisches Holz
Für Einsteiger macht ein sauber abgerichtetes Griffbrett mehr Unterschied als ein besonders edles Holz. Die Saiten sollten nicht unnötig hoch liegen, die Bünde dürfen nicht scharf über den Halsrand hinausragen und die Gitarre sollte sich ohne ständiges Nachstimmen spielen lassen.
Viele Anfänger achten zuerst auf die Farbe oder die Form. Ich sehe das anders: Ein bequemer Hals entscheidet viel stärker darüber, ob du nach zwei Wochen noch gerne übst. Eine weniger spektakuläre Gitarre, die gut in der Hand liegt, ist fast immer die bessere Wahl.
Tonabnehmer bestimmen den Grundcharakter
Singlecoils klingen meist heller und klarer, während Humbucker einen kräftigeren, weniger brummempfindlichen Ton liefern. Eine HSS-Bestückung kombiniert beides und ist deshalb für Anfänger interessant, die noch nicht wissen, ob sie eher Pop, Blues, Rock oder härtere Musik spielen möchten.
Für Metal und moderne Rocksounds sind zwei Humbucker oft sinnvoll. Für Funk, Indie und klassische Stratocaster-Sounds bieten drei Singlecoils mehr Transparenz. Teurere Tonabnehmer lohnen sich vor allem dann, wenn du bereits weißt, welchen Stil und welchen Sound du langfristig spielen möchtest.
Komplettset oder Einzelkauf
Ein Starterset ist bequem und kann preislich attraktiv sein. Gitarre, Verstärker, Kabel, Gurt und Tasche passen zusammen, sodass du direkt loslegen kannst. Bei aktuellen Angeboten liegen brauchbare Sets häufig zwischen 180 und 350 Euro, einfache Pakete darunter.
Der Nachteil liegt oft beim Verstärker. Im Set steckt nicht selten das billigste Modell, während die Gitarre selbst ordentlich ausfällt. Deshalb prüfe ich bei solchen Angeboten immer zuerst, ob der Amp einen Kopfhörerausgang, einen brauchbaren Clean-Sound und mindestens einige grundlegende Effekte besitzt.
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Wann der Einzelkauf besser ist
Wenn du schon weißt, welche Musik du spielen möchtest, kannst du mit Einzelkauf gezielter investieren. Eine Gitarre für 250 Euro plus ein Verstärker für 120 Euro ist häufig musikalisch überzeugender als ein Komplettset für denselben Gesamtpreis.
Für Kinder, Jugendliche oder Menschen, die das Instrument erst testen möchten, bleibt ein Set trotzdem sinnvoll. Ich würde nur vermeiden, ausschließlich nach dem niedrigsten Gesamtpreis zu entscheiden. Ein gutes Spielgefühl ist die beste Versicherung gegen Frust und einen vorschnellen Wiederverkauf.
Neu oder gebraucht kaufen
Gebrauchte E-Gitarren sind eine gute Möglichkeit, das Budget zu schonen. Im privaten Verkauf findest du einfache Instrumente und Sets oft für 50 bis 150 Euro, solide Markenmodelle eher für 150 bis 350 Euro. Der Zustand ist allerdings wichtiger als das vermeintliche Schnäppchen.
Prüfe, ob sich der Hals sichtbar stark wölbt, alle Tonabnehmer funktionieren und die Mechaniken die Stimmung halten. Auch die Bünde solltest du ansehen. Tiefe Rillen, schnarrende Saiten oder eine beschädigte Halsverbindung können eine günstige Gitarre schnell verteuern.
Eine professionelle Einstellung mit neuer Saitenlage und Oktavreinheit kostet je nach Aufwand ungefähr 40 bis 100 Euro. Bei einem sehr günstigen Gebrauchtkauf kann dieser Betrag den Preisvorteil fast vollständig aufbrauchen. Wenn möglich, nimm jemanden mit, der bereits Gitarre spielt, oder kaufe bei einem Händler mit Rückgaberecht.
Welches Budget für dich sinnvoll ist
Wenn du möglichst günstig anfangen möchtest, plane etwa 250 Euro für das komplette Setup ein. Dafür bekommst du eine einfache, brauchbare Gitarre, einen kleinen Verstärker und das notwendige Zubehör.
- Bis 200 Euro: Nur sinnvoll, wenn du ein gutes gebrauchtes Angebot findest oder zunächst testen möchtest.
- 250 bis 400 Euro: Der ausgewogene Bereich für Anfänger mit einer soliden Gitarre und einem brauchbaren Übungsamp.
- 400 bis 700 Euro: Empfehlenswert, wenn du regelmäßig üben, Unterricht nehmen oder bald in einer Band spielen möchtest.
- Ab 700 Euro: Interessant für Spieler, die konkrete Anforderungen an Klang, Hardware oder Bühnentauglichkeit haben.
Eine teure Gitarre ersetzt keine Übung und ein günstiges Instrument ist nicht automatisch schlecht. Trotzdem würde ich von extrem billigen Sets abraten, wenn du ernsthaft lernen möchtest. Rund 300 bis 500 Euro für den Start sind in Deutschland meist gut angelegt und vermeiden die häufigsten Qualitätsprobleme.
Die beste erste E-Gitarre beginnt mit einem realistischen Budget
Für die meisten Einsteiger ist eine E-Gitarre zwischen 150 und 300 Euro die vernünftigste Wahl. Rechne Verstärker und Zubehör dazu und entscheide danach, ob du ein bequemes Komplettset oder einzelne Komponenten mit besserem Klang möchtest. Ich würde lieber etwas weniger für die Optik und dafür mehr für Bespielbarkeit, Stimmstabilität und einen brauchbaren Verstärker ausgeben. So bleibt der Einstieg bezahlbar und macht auch nach den ersten Wochen noch Freude.