Mit wenigen Akkorden gelingt der Einstieg deutlich leichter
- 2 bis 4 Akkorde reichen für viele bekannte Songs völlig aus.
- G, D, C, Em und Am bilden die wichtigste Grundlage für zahlreiche Anfänger-Lieder.
- Fmaj7 ist oft eine praktische Alternative zum schwierigen F-Barré-Akkord.
- Übe zuerst mit 60 bis 80 Schlägen pro Minute, bevor du das Originaltempo spielst.
- Ein gutes erstes Lied hat einen wiederholbaren Akkordablauf und einen einfachen Rhythmus.

Welche Lieder auf der Gitarre wirklich für Anfänger geeignet sind
Ein Song ist nicht automatisch leicht, nur weil er wenige Akkorde verwendet. Entscheidend sind auch die Geschwindigkeit, der Rhythmus und die Griffwechsel. Ich würde am Anfang immer ein Lied wählen, bei dem die rechte Hand gleichmäßig weiterspielen kann, selbst wenn der Wechsel zur nächsten Akkordform noch nicht perfekt sitzt.
Besonders gut funktionieren Stücke mit zwei bis vier offenen Akkorden. Offene Akkorde werden in den ersten Bünden gegriffen und enthalten häufig leer angeschlagene Saiten. Sie klingen voll, ohne dass du bereits Barré-Technik beherrschen musst.
Meine empfehlenswerten ersten Songs
| Lied | Vereinfachte Akkorde | Was du dabei lernst |
|---|---|---|
| „Knockin' on Heaven's Door“ | G, D, Am, C | saubere Akkordwechsel und gleichmäßiges Schlagen |
| „Stand by Me“ | G, Em, C, D | einen ständig wiederkehrenden Ablauf |
| „Zombie“ | Em, C, G, D | kräftigen Rhythmus und kontrollierte Akzente |
| „Riptide“ | Am, G, C | eine einfache Begleitung mit wenigen Griffen |
| „Let It Be“ | C, G, Am, Fmaj7 | den F-Akkord zunächst ohne Barré zu ersetzen |
| „Hallelujah“ | C, Am, Fmaj7, G | langsames Timing und bewusste Pausen |
| „Country Roads“ | G, D, Em, C | Begleitung beim Singen |
| „Marmor, Stein und Eisen bricht“ | D, A, G | einen einfachen deutschsprachigen Mitsing-Song |
| „Die Gedanken sind frei“ | G, D, Em, C | ruhigen Puls und traditionelle Liedbegleitung |
Die Akkordangaben beziehen sich auf vereinfachte Begleitungen. Je nach Version, Tonart und Transposition können einzelne Griffe abweichen. Das ist kein Problem: Für den Anfang zählt, dass der Song musikalisch funktioniert und du nicht alle Details der Studioaufnahme nachbauen musst.
Mit welchen Akkorden du am schnellsten ein Repertoire aufbaust
Ich würde nicht versuchen, sofort 20 Akkorde auswendig zu lernen. Mit G, D, C, Em, Am und A kannst du bereits sehr viele Pop-, Rock- und Lagerfeuer-Songs begleiten. Viel wichtiger als die Menge ist, dass die Griffe klar klingen und du zwischen ihnen ohne lange Unterbrechung wechseln kannst.
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Die wichtigsten offenen Griffe
- G-Dur klingt offen und kräftig, verlangt aber anfangs etwas mehr Fingerstreckung.
- D-Dur ist kompakt und eignet sich gut für Lieder mit hellem, treibendem Klang.
- C-Dur trainiert die linke Hand, weil die Finger auf mehrere Saiten verteilt liegen.
- E-Moll gehört zu den einfachsten Akkorden und klingt besonders gut in ruhigen oder rockigen Songs.
- A-Moll ähnelt C-Dur und lässt sich deshalb oft schnell zusätzlich lernen.
Der F-Akkord sorgt bei vielen Anfängern für Frust. Ich nutze deshalb zunächst gern Fmaj7, bei dem der komplette Barré-Griff entfällt. Diese Variante klingt nicht in jedem Song exakt wie das Original, ist aber musikalisch sauber und bringt dich schneller zum spielbaren Ergebnis.
Ein Kapodaster kann ebenfalls helfen. Das kleine Klemmgerät verschiebt die Tonhöhe, während du vertraute Akkordformen verwendest. Gerade bei „Riptide“ oder „Hallelujah“ kann das sinnvoll sein, solange du zuerst die Akkordwechsel und nicht die perfekte Originaltonart lernen möchtest.
So übst du ein neues Lied ohne dich festzuspielen
Viele Anfänger spielen sofort den kompletten Song und beginnen jedes Mal von vorne, sobald ein Akkord misslingt. Das fühlt sich fleißig an, bringt aber oft weniger als fünf Minuten gezieltes Wechseltraining. Ich zerlege neue Lieder lieber in kleine Abschnitte und setze sie erst später zusammen.
- Akkorde prüfen: Greife jeden Akkord einzeln und spiele die Saiten langsam an. Schnarrt eine Saite, korrigiere zuerst die Fingerposition.
- Wechsel isolieren: Übe nur die schwierigsten Übergänge, zum Beispiel G nach D oder C nach Fmaj7.
- Rhythmus vereinfachen: Spiele zunächst pro Takt nur einen Abschlag auf dem ersten Schlag.
- Puls stabilisieren: Nutze ein Metronom mit etwa 60 bis 80 BPM und erhöhe das Tempo erst, wenn die Wechsel ruhig bleiben.
- Songabschnitt wiederholen: Nimm eine Strophe oder den Refrain und spiele ihn drei- bis fünfmal hintereinander.
- Singen später ergänzen: Sobald die Hände sicherer sind, kommt die Stimme dazu. Beides gleichzeitig zu koordinieren ist eine eigene Fähigkeit.
Ein einfaches Schlagmuster für den Start lautet Abschlag, Abschlag, Aufschlag, Aufschlag. Noch wichtiger als das genaue Muster ist, dass deine rechte Hand gleichmäßig weiterläuft. Wenn ein Akkordwechsel zu spät kommt, darfst du kurz aussetzen, solltest aber den inneren Puls nicht verlieren.
Bei langsameren Liedern lohnt sich auch Zupfen. Spiele zum Beispiel nacheinander die Basssaite, die G- und die hohe E-Saite. Dadurch lernst du, gezielt einzelne Saiten anzuschlagen, ohne dass die Begleitung sofort kompliziert wird.
Welche Songs zu deinem aktuellen Stand passen
Nicht jeder Anfänger startet am selben Punkt. Wer gerade erst die ersten Griffe lernt, braucht andere Stücke als jemand, der bereits flüssig zwischen vier Akkorden wechseln kann. Meine Einteilung hilft dir, ein Lied zu wählen, das fordert, aber nicht überfordert.
| Dein Stand | Geeignete Songs | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Erste Woche | „Riptide“, „Marmor, Stein und Eisen bricht“ | wenige Akkorde, langsame Wechsel |
| Nach zwei bis vier Wochen | „Knockin' on Heaven's Door“, „Stand by Me“ | regelmäßiger Rhythmus und Wiederholungen |
| Mit sichereren Griffen | „Zombie“, „Country Roads“, „Let It Be“ | mehr Dynamik und Begleitung beim Gesang |
| Für ruhiges Spiel | „Hallelujah“, „Die Gedanken sind frei“ | Pausen, Timing und leiser Anschlag |
Wenn du E-Gitarre spielst, kannst du zusätzlich mit vereinfachten Powerchords arbeiten. Für viele Rockstücke ist das sogar leichter als eine vollständige Akkordbegleitung. Bei einer Akustikgitarre hörst du dagegen sofort, ob ein Griff sauber klingt, was sie zu einem guten Trainingspartner macht.
Typische Fehler, die den Einstieg unnötig schwer machen
Der häufigste Fehler ist ein zu hohes Tempo. Ein Lied klingt bei langsamen 70 BPM oft musikalischer als bei 120 BPM, wenn dort jeder zweite Wechsel stolpert. Geschwindigkeit kommt später fast von selbst, sobald die Bewegungen sicher sitzen.
Viele drücken außerdem viel zu fest auf die Saiten. Das ermüdet die Hand und macht den Klang nicht automatisch besser. Setze den Finger möglichst nah am Bundstäbchen auf und prüfe, ob die Saite auch mit weniger Kraft klar klingt.
Ein weiterer Klassiker ist das ständige Stoppen. Wenn ein Akkord nicht gelingt, spiele den Takt notfalls leer weiter und steige beim nächsten Wechsel wieder ein. So trainierst du genau das, was beim echten Musizieren zählt: im Rhythmus bleiben.
Auch die Liedauswahl entscheidet über die Motivation. Ein technisch einfaches Stück, das du nicht magst, wird selten lange geübt. Ich würde deshalb lieber einen Lieblingssong in einer vereinfachten Version spielen als ein vermeintlich perfektes Anfänger-Lied, zu dem du keinen persönlichen Bezug hast.
So bleibt aus einem ersten Song ein echtes Repertoire
Wähle zunächst ein Lied für Sicherheit, eines für Rhythmus und eines, das dich musikalisch reizt. Spiele jedes Stück täglich zehn bis fünfzehn Minuten und notiere dir, welcher Akkordwechsel noch stockt. Nach einer Woche ist meist deutlich hörbar, welcher Teil wirklich besser geworden ist.
Wenn du bei einem Song regelmäßig hängen bleibst, liegt es nicht unbedingt an fehlendem Talent. Oft passt nur das Tempo nicht, der Griff ist zu anspruchsvoll oder die verwendete Version enthält unnötige Zusatzakkorde. Vereinfache die Begleitung, setze ein Metronom ein und gib deinen Händen Zeit, die Bewegungen abzuspeichern.
Der beste nächste Schritt ist deshalb nicht das nächste komplizierte Lied, sondern eine Version, die du heute schon durchspielen kannst. Genau daraus entsteht nach und nach ein persönliches Repertoire, mit dem du nicht nur übst, sondern tatsächlich Musik machst.